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Kanada: Meningokokken-B-Impfung führt zu deutlichem Rückgang der Erkrankungsrate in besonders betroffener Region

23.11.2015

Eine gezielte Impfkampagne in der Verwaltungsregion Saguenay-Lac-Saint-Jean in der Provinz Quebec (Kanada), einer besonders von Meningokokken-B-Erkrankungen betroffenen Region, zeigte bereits in der Anfangsphase einen starken Rückgang der Meningokokken-B-Erkrankungen. Dies berichtet das Institut National de Santé Publique du Québec.

In Quebec nahmen invasive Meningokokkenerkrankungen durch die Serogruppe B seit 2003 stetig zu. Die Region Saguenay-Lac-Saint-Jean (ca. 278.00 Einwohner, 3,4% der Bevölkerung Quebecs) litt sogar unter etwa dem Vierfachen der Krankheitslast im Vergleich zu den anderen Gebieten. Um die Situation in den Griff zu bekommen, veranlasste die Regierung die Durchimpfung aller Personen im Alter zwischen 2 Monaten und 20 Jahren.

Jeder, der zwischen dem 6. Mai 1993 und 31. Dezember 2014 (einschließlich) geboren wurde, in Saguenay-Lac-Saint-Jean lebte bzw. dort zur Schule ging, konnte während der Kampagne den Meningokokken-B-Impfstoff kostenlos erhalten. Etwa 83% der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in dieser Altersgruppe (56.000 Menschen) erhielten die erste Impfdosis, etwa 73% eine zweite Dosis. Kinder, die mit der ersten Dosis zwischen zwei und fünf Monaten begannen, sollten insgesamt vier Dosen erhalten. Insgesamt drei Dosen waren für Kinder vorgesehen, die bei der ersten Dosis zwischen sechs und elf Monate alt waren und zwei Dosen für alle älteren Impflinge. Die Kampagne startete am 4. Mai 2014. Die Datenerfassung endete für eine vorläufige Zusammenfassung am 31. Dezember 2014.

Positive Entwicklung zeichnet sich schon in der Anfangsphase ab

Das Regionalbüro Saguenay-Lac-Saint-Sean in Quebec registrierte in den Jahren 2006 bis 2012 jährlich durchschnittlich neun Fälle von Meningokokken-B-Erkrankungen (insgesamt 74 Fälle) und im ersten Quartal 2014 vier Fälle. In den folgenden drei Quartalen von 2014 traten gar keine Fälle auf. In anderen Regionen wurde zwar bereits in den Jahren 2012 bis 2013 ein leichter Rückgang beobachtet, dennoch gab es sporadische Fälle von Meningokokken-B-Erkrankungen im Laufe des Jahres 2014.

Es sei noch zu früh, um die positiven Auswirkungen der Kampagne und die Impfstoffwirksamkeit abschließend beurteilen zu können, aber das erste Ergebnis sei ermutigend, so das Fazit der Veröffentlichung des Institut National de Santé Publique du Québec: „Impact épidémiologique de la campagne de vaccination contre le ménigocoque de sérogroupe B dans la région du Saguenay-Lac-Saint-Jean, en 2014: rapport au 31 décembre 2014“. Die Daten bestätigen die Sicherheit des Impfstoffs.

Ausführlich informiert Sie das zertifzierte Onlinemodul "Impfungen gegen Meningokokken" rund um alle Serogruppen des Erregers.

Quellen:

Santé et Services sociaux Québec: Targeted Meningococcal Serogroup B Vaccination Campaign in the Saguenay–Lac-Saint-Jean Region.

Philippe De Wals, P et  Deceuninck, G.: Impact épidémiologique de la campagne de vaccination contre le méningocoque de sérogroupe B dans la région du Saguenay-Lac-Saint-Jean, en 2014: rapport au 31 décembre 2014. INSPQ - Centred'expertise et de référence en santé publique, 14 septembre 2015.https://www.inspq.qc.ca/publications/1983

 

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